ALEXANDER CEBULLA
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Nur noch digitale Steuerpost von ATIB

Beitrag veröffentlicht am 18/08/2019 | ALEXANDER CEBULLA
ATIB, die regionale Finanzbehörde der Balearen verschickt per Post keine Steuerzahlkarten mehr. Stattdessen muss man sich nun online für das „Cartero Virtual“ registrieren. Diese Änderung betrifft Immobilieneigentümer hinsichtlich der Grundsteuer IBI, den Müllgebühren und je nach Ortschaft z.T. auch Wasser und Abwassergebühren. Nicht davon sind Eigentümer betroffen, deren Immobilie in einer Ortschaft liegt, wo die Stadtverwaltung die Gebühren selbst einzieht (Calvia).

Dieser Schritt der Digitalisierung ist zu begrüßen, da es sich um eine Vereinfachung und Verbesserung der Kommunikation handelt. Die bislang per normalem Brief versendeten Zahlkarten kamen aus verschiedenerlei Gründen nicht immer beim Empfänger an und so liefen dann Zahlungsrückstände auf, die zu einem späteren Zeitpunkt mit Strafaufschlägen zu begleichen waren oder überraschend vom Konto gepfändet werden.

Den Zugangscode zum Cartero Virtual bekommt man am einfachsten, indem man sich auf der Webseite https://sede.atib.es => „No tengo código“ registriert. Bei der Registrierung muss man eine Handynummer angeben und erstaunlicherweise funktioniert der Vorgang sogar mit Nicht-Spanischen Nummern. Im nächsten Schritt bekommt man eine SMS mit einem Zahlencode, den man dann auf der Webseite eintragen muss. Danach bekommt man eine Email mit einem Link zu einer PDF-Datei, welche den Zugangscode bzw. das Passwort, sog. „Código Contribuyente“ enthält, mit dem man sich einloggen kann. Einmal eingeloggt, muss man nochmal die Handynummer bestätigen und man kann das Passwort ändern. Ebenso kann man einrichten, dass man per Email und SMS erinnert wird, wenn Gebühren zu zahlen sind. Auf der Startseite findet man eine Übersicht der Gebühren, die man bezahlt hat und jener, die zur Bezahlung anstehen. Ebenso lässt sich eine Bankeinzugsermächtigung einrichten, wo man auch ausländische IBAN-Nummern eintragen kann.

Organisatorisch ist die Lokalbehörde hier also etwas besser geworden. Weiterhin etwas rückständig sind die Fristen bis IBI- und Müll-Bescheide auf den Namen eines neuen Eigentümers laufen. Wer zum Beispiel im Oktober 2018 eine Immobilie gekauft hat, stand am 01.01.2019 höchstwahrscheinlich noch nicht als Eigentümer im Kataster (nicht zu verwechseln mit dem Grundbuch/Registro de la Propiedad), was bedeutet dass im Jahr 2019 die Grundsteuer-Zahlkarten und die Müllzahlkarten immer noch auf den Namen des Voreigentümers laufen und der neue Eigentümer dann im Jahr 2020 erstmals die Bescheide auf seinen Namen auf der Webseite zu sehen bekommt. Leider kann man auch erst dann die Einzugsermächtigung einrichten, wenn man erstmals eine Zahlkarte auf seinen Namen bekommen hat. Wer eine Immobilie erwirbt muss daher bzgl. dieses Themas mit dem Voreigentümer in Kontakt bleiben, da die Zahlkarten weiterhin auf die Person ausgestellt werden, die am 1.1. des Jahres im Kataster eingetragen ist oder war.

Mein Tipp: Registrieren Sie sich hier, zahlen Sie offene Beträge nach, richten Sie wenn schon möglich die Einzugsermächtigung ein und fragen Sie ggf. auch beim Voreigentümer oder direkt bei ATIB nach, ob alle Gebühren bezahlt sind.