ALEXANDER CEBULLA
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Ferienvermietung auf Mallorca

Beitrag veröffentlicht am 24/08/2016 | ALEXANDER CEBULLA
Die vorübergehende Vermietung einer Immobilie an Mallorca-Urlauber kann im Vergleich zur normalen Langzeitvermietung eine attraktive Alternative sein. Die Tendenz zum Individualtourismus ist nach wie vor deutlich zu spüren, was auch rückläufige Zahlen der Belegung der Hotelbetten bei gleichzeitiger Steigerung der Flugpassagierzahlen zu bestäigen scheinen. Portale wie Airbnb boomen.

Wer seine Immobilie kurzzeitig vermieten möchte, sollte auf folgende Punkte achten:
Achtung inzwischen neue Rechtslage. Beitrag veraltet!

Wenn es sich um eine „touristische“ Vermietung handelt, dann sind die Voraussetzungen des Tourismusgesetzes der Balearen „Ley 8/2012, de 19 de julio, del Turismo de las Illes Balears“ zu beachten, genauso wie auch dessen Ausführungsverordnung 20/2015 vom 17 April.

Den Behörden ist die Ferienvermietungsaktivität mitzuteilen bzw. es ist eine entsprechende Genehmigung zur Ferienvermietung einzuholen. Diese kann nur bei folgenden Immobilientypen erteilt werden:
Daneben sind noch einige weitere Voraussetzungen zu erfüllen, u.a. max. 6 Schlafzimmer mit max. 12 Betten, 1Bad/Toilette je 3 Gästebetten.

Ferienvermietung von normalen Wohnungen in Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten ist nach dem genannten Gesetz nicht genehmigungsfähig und kann mit horrenden Geldstrafen belegt werden.

Möglich und legal ist aber nach dem zentralstaatlichen spanischem Mietgesetz LAU prinzipiell die nicht-touristische Kurzzeitvermietung, sog. „Alquiler de Temporada“, welche sich in verschiedenerlei Hinsicht von der touristischen Vermietung unterscheidet.

Die Frage der Fragen: Kann ich meine Wohnung tageweise oder wochenweise vermieten?

Der Einschätzung der überwiegenden Mehrheit der Anwälte auf Mallorca ist „ja“, sofern gewisse Voraussetzungen beachtet werden.

Was muss beachtet werden?
Die Gesamtumstände des Einzelfalles dürfen nicht ergeben, dass es sich um touristische Vermietung handelt. Ferienvermietung kann man insbesondere als gegeben annehmen, wenn
  1. die Wohnung über Kanäle angeboten wird, die zur Publikation von Ferienvermietung bzw. touristischer Vermietung genutzt werden (z.B. Airbnb)
  2. touristische Dienstleistungen angeboten werden (Wechsel der Bettwäsche, Endreinigung, Abholung vom Flughafen usw.)
  3. kein entsprechender schriftlicher Mietvertrag unter Beachtung der Voraussetzungen des spanischen Mietgesetzes vorliegt, mit welchem man nachweisen kann, dass es sich nicht um touristische Vermietung handelt
Es kann trotz Beachtung dieser Punkte nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass eine Behörde zu der Einschätzung gelangt, dass Ferienvermietung vorliegt. Der Busgeldbescheid kann dann zwar gerichtlich angegangen werden, allerdings muss die Geldbuße zunächst einmal gezahlt werden. Ob diese missliche Lage der Unsicherheit für eine Vielzahl von Wohnungseigentümern in den nächsten Jahren gesetzlich besser geregelt wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin werden sich eine Vielzahl von Wohnungseigentümern weiterhin im halblegalen oder illegalen Bereich bewegen und auf die Trägheit der Behörden setzen was die Verfolgung der Verstöße betrifft.
Ferienvermietung „Alquiler Turistico“ Nicht-touristische Kurzzeitvermietung „Alquiler de Temporada“ gem. LAU
Genehmigung notwendig Ja Nein
Mehrwertsteuer muss verlangt werden Ja Nein
Vermieter muss als Selbstständiger angemeldet sein und alle drei Monate Steuererklärungen abgeben Ja (für Nicht-Residenten nur schwer erfüllbar) Nein
Touristische Dienstleistungen wie z.B. Wechsel der Bettwäsche oder Abholung vom Flughafen können angeboten werden Ja Nein
Anforderungen des Tourismusgesetzes der Balearen sind zu beachten, z.B. hinsichtlich Ausstattung der Wohnung Ja Nein
Haftpflichtversicherung muss abgeschlossen werden Ja Nein
Einschlägiges Gesetz Ley 8/2012, de 19 de julio, del Turismo de las Illes Balears und Ausführungsverordnung 20/2015 vom 17 April LAU, ley de arrendamientos urbanos, spanisches Mietgesetz
Anzeigen können in Kanälen zur Kommerzialisierung touristischer Angebote geschaltet werden Ja Nein
Schriftlicher Mietvertrag notwendig Nein Ja
Einnahmen müssen in Steuererklärungen angegeben werden Ja Ja